Frauengehälter gehören auf die Überholspur

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SPÖ-Becher: „Frauengehälter gehören auf die Überholspur – auch per Gesetz!“

Utl.: „Equal Pay Day zeigt die Notwendigkeit, die Einkommensschere
gesetzliche zu schließen“

Am 9. November 2019 ist der Wiener Equal Pay Day. Das heißt: Durchschnittlich gesehen arbeiten Wienerinnen ab heute unbezahlt bis zum Jahresende, wenn man ihr Einkommen mit denen von Männern auf Basis von Vollzeitgehältern vergleicht. Die durchschnittliche Einkommensdifferenz beträgt österreichweit 19,7 Prozent. Frauen arbeiten somit schon seit 21. Oktober bis Jahresende 72 Tage „gratis“. Auch wenn die Situation in Wien im Österreich-Vergleich besser ist, ist es für SPÖ-Abgeordnete Ruth Becher „an der Zeit, dass der Gesetzgeber regulierend eingreift und die Einkommenskluft zwischen den Geschlechtern per Gesetz schließt – und zwar in wenigen Etappen über die nächsten Jahre“. ****

„Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist eine Frage der Fairness. Die Zeit für das freiwillige Schließen der Gehaltsschere ist abgelaufen“, so die Wiener SPÖ-Nationalratsabgeordnete. Als gelungenes Beispiel eines gesetzlichen Eingriffs zugunsten von Frauen nennt Becher die im Juni 2017 in Kraft getretene Frauenquote von 30 Prozent für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen.

Dass auch auf Landesebene viel getan werden kann, belegt die bessere Position Wiens. Becher: „Das hat zum Teil mit der größeren Bedeutung des öffentlichen Dienstes zu tun, in dem Gehälter- und Karriereentwicklungen von Frauen gesetzlich geregelt sind. Es liegt aber auch an der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, die in Wien durch Gratis-Kindergärten und die bundesweit längsten Öffnungszeiten im Bereich Kinderbetreuung für Frauen einfach besser klappt.“

Konkret ist in Wien der Gehaltsunterschied mit -14,5 Prozent am geringsten, während er in Vorarlberg mit -27,2 Prozent fast doppelt so hoch ist.

Für ihre Forderung nach gesetzlicher Gleichstellung wirbt Becher in ihrem Heimatbezirk Wien-Donaustadt im Rahmen einer Straßenverteilaktion. Im 22. Wiener Gemeindebezirk beträgt der Gender Pay Gap -16,4 Prozent (Quelle: Statistik Austria). (Schluss) ah/ls