Ein Weingarten in der Firnbergschule

Vergangene Woche ist die Donaustadt wieder ein wenig grüner und um ein Stück Weinanbaufläche reicher. Genauer gesagt wurde in den Hertha Firnberg Schulen ein Weingarten angelegt. Unsere Sylvia (links im Bild) ist Fachvorständin in der Firnberg Schule und wir haben sie zu diesem Thema befragt.

Der Weingarten wird angelegt

Liebe Sylvia, Weinbau ist in der Donaustadt eher etwas Ungewöhnliches, was hat die Schule dazu getrieben, einen Weingarten anzulegen?
Wir sind ja eine HLT für Wirtschaft und Tourismus und eine Hotelfachschule und uns ist es wichtig, dass man Dinge, die man bei uns lernt, dann auch wirklich ausprobieren kann. Besonders bei den Naturprodukten möchten wir unseren SchülerInnen einen Bezug zum Produkt vermitteln. Sie sollen Nachhaltigkeit, Frische und was man daraus machen kann, kennen und wertschätzen lernen. Natur ist etwas Wertvolles. So gehen SchülerInnen bei uns zum Beispiel zum „City Farming“, also in einen Gemeinschaftsgarten und bauen Gemüse an, das dann später verkocht wird. Ein Weingarten ist da natürlich eine tolle Sache. Man lernt etwas über die Pflanzen und das Produkt und unterstützt unsere SchülerInnen bei der Ausbildung zum „Jungsommelier/iére und Jungbarkeeper“, das ist ein Zusatzqualifikationsprogramm bei uns. Daneben ist der Weingarten auch ein schöner Anblick mitten in der Stadt.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Die Idee hatten wir schon lange, zuerst wollten wir Gemüsebeete anlegen, bis wir von dem leerstehenden Areal zu einem Weingarten gekommen sind. Frau Direktorin Ettl hat das Projekt des Weingartens in den Hertha Firnberg Schulen in Kooperation mit dem Weingut Wieninger umgesetzt. „Herthas Gemischter Satz“, der Wein, der daraus entstehen soll, steht nicht nur für authentisches Umsetzen professioneller Ausbildungsprogramme in unserer Schule, sondern auch für die Vielfalt unserer Weinkultur auf die unsere SchülerInnen aufmerksam gemacht werden. Ehrlich gesagt darf im 22. Bezirk mit seinen unendlichen Grünflächen, Gärtnereien und NaturproduzentInnen ein Weingarten, der auch als Lehrgarten dient, nicht fehlen.

Allgegenwärtige Veränderungen durch COVID

Derzeit ist es durch COVID ja überall ein bisschen schwieriger geworden, besondere Herausforderungen gibt es auch im Bildungsbereich, wie meistert die Firnberg Schule das?
Das mit den Herausforderungen stimmt, man muss den Online-Unterricht organisieren, trotzdem Prüfungen und Schularbeiten abhalten, Räume planen und den Schicht-und Präsenzunterricht managen. Zurzeit sind ja nur 50 % der SchülerInnen immer an der Schule. Einfacher wird es auch nicht, da wir viele verschiedene Ausbildungschwerpunkte haben und damit insgesamt sechs unterschiedliche Ausbildungsprogramme. Im Großen und Ganzen klappt es recht gut, wir sind ja bereits seit 30 Jahren eine Pilotschule für E-Learning. Unter Covid sind digitale Kompetenzen wie die Abhaltung von Konferenzen/Unterrichtsstunden, von SchülerInnen und Lehrkräften zum Alltag geworden. Manchmal schüttelt man schon den Kopf, da wir neue Maßnahmen oft nur aus Pressekonferenzen erfahren. Ich habe den Eindruck, meistens geht es auch nur um die Bedürfnisse der Gymnasien, auf die berufsbildenden Schulen wird oft vergessen. Dabei sind die berufsbildenden Schulen ein europaweit bewundertes System, das dazu beiträgt, die Jugendarbeitslosigkeit gering zu halten. Aber die Schule als sozialer Lernort geht uns natürlich allen ab.

Wir sind ein gutes Team, wir arbeiten und halten zusammen. Man darf nicht vergessen, dass COVID für alle eine massive Umstellung bedeutet hat. Wir Lehrkräfte und SchülerInnen arbeiten gemeinsam an einer Vision wie Schule während und auch nach Corona gut funktionieren kann.

Der Online-Unterricht klappt auch?
Ja, wir verwenden „eduvidual“ eine Lernplattform des Ministeriums gemeinsam mit MS-Teams und Zoom und sind recht zufrieden.
Wie oben schon erwähnt ist uns digitale Kompetenz schön langsam in Fleisch und Blut übergegangen. Ich denke, wir alle konnten in den letzten Monaten sehr viel lernen.

Liebe Sylvia, vielen Dank für Deine Zeit!
Es ist wirklich eine Freude, so begeistert von Dir über Deine Schule erzählt zu bekommen.